WJT Panama 2019

„Siehe ich bin die Magd des Herren, mir geschehe wie du es gesagt hast“

Unter diesem Motto machten wir uns gemeinsam mit 147 Jugendlichen auf nach Panama. Am 15.01.2019 startete die große Reise am ZOB in Fulda. Pünktlich um 00:30 Uhr rollten die Busse in Richtung München. Angekommen am Flughafen in München wurden die ersten Fuldaer Rucksäcke ausgepackt und fleißig Mettbrötchen geschmiert. Kein Pilger hatte vergessen sich beim ESTA-Verfahren zu registrieren und wir konnten alle erfolgreich in den Flieger einsteigen. Nach knappen 9 Stunden Flug landeten wir in Newark (USA). Auf dem Umstiegsweg zum nächsten Flieger konnten wir einen kurzen Blick auf die Skyline von New York erhaschen. Nach weiteren 5,5 Flugstunden landeten wir endlich in Panama City! Am Gepäckband gab es schon den ersten kleinen Aufreger, da ein Koffer fehlte. Nach langer Suche kam heraus, dass jemand seinen Koffer vertauscht hatte und einen fremden mitnahm. Und so wurde unser lieber Jugendpfarrer Alexander Best freundlich von der Flugbegleiterin zurechtgewiesen, dass er doch seinen eigenen Koffer mitnehmen solle 😉  
Nun warteten noch weitere 1,5 Stunden Busfahrt auf uns. Man könnte sagen, dass unsere Gruppe Glück hatte, denn die anderen beiden Gruppen aus dem Bistum Fulda (alle 147 Pilger wurden in 3 Gruppen von ca. 50 Personen aufgeteilt) hatten noch eine wesentlich längere Busfahrt vor sich.


In Colón angekommen wurden wir von den Einheimischen begrüßt, als wären wir die größten Stars. Es wurde gesungen, getanzt und sich die Seele aus dem Leib geschrien. Nach 31 Stunden reisen waren wir schließlich in der Gastfamilie angekommen und fielen um 1 Uhr nachts (Ortszeit) erschöpft und müde ins Bett.
Wir wurden mit großer Gastfreundschaft in Empfang genommen und rund um von den Familien verpflegt. Das einzige Manko: Nicht alle Familien konnten Englisch. Aber selbst mit Händen, Füßen, Gestik und Mimik hat die Verständigung gut funktioniert. Eine weitere Herausforderung war das Klima und das warme Wetter. 30° C und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind sehr gewöhnungsbedürftig, wenn man Deutschland bei Minusgraden und Schnee verlassen hat.


Aber endlich konnten die „Tage der Begegnung“ beginnen. Wir verbrachten die gesamte Woche mit Pilgern von den Philippinen, Südafrika, Panama, Brasilien und Polen. So bekamen die „Tage der Begegnung“ eine wortwörtliche Bedeutung. Wir hatten Zeit mit den Pilgern aus anderen Ländern ins Gespräch zu kommen, sie kennen zu lernen, sportliche Aktivitäten durchzuführen oder gemeinsam mit ihnen von Haus zu Haus zu gehen. Bei den Hausbesuchen bildeten wir Grüppchen von Pilgern, Einheimischen und einem Priester. Wir klopften an die Häuser und fragten, ob wir eintreten dürfen. Im Haus angekommen, sangen wir Lieder, beteten und segneten das Haus. Auch eine Stadtbesichtigung von Colón, ein Festivalbesuch und ein Tag, den man mit seiner Gastfamilie verbracht hat, gehörten zum Programm.


Nach einer Woche und vollgepackt mit Gastgeschenken ging es nun nach Panama City. Nachdem wir in Colón alleine in Gastfamilien untergebracht waren, hatten wir in Panama City das Vergnügen in Gruppen auf die Gastfamilien aufgeteilt zu werden. So hatte ich das Glück mit 14 weiteren Mädels der KJF bei einer Familie in der Gartenhütte zu wohnen, die extra für uns hergerichtet wurde. Unser Gastvater erklärte uns, dass er sich seit 1,5 Monate damit beschäftigt habe den Garten für uns herzurichten. So konnten wir neben einer indoor Dusche auch drei outdoor Duschen genießen und hatten ein sehr sauberes Dixi-Klo im Garten stehen, dass laut unseres Gastvaters „very clean!!“ sei.


Die Tage in Panama City waren geprägt von Katechesen, Predigten und Begegnungen mit jungen Pilgern aus aller Welt. Auch bei der Eröffnungsmesse, die wir bei strahlendem Sonnenschein an der Küste feierten, kamen einige Menschen zusammen. Die Gruppe der Kurzfahrer verpasste leider diesen Gottesdienst, da sie in Atlanta ihren Anschlussflug verpassten und dadurch erst einen Tag später anreisen konnten. #onedayintheusa
Neben den vielen christlichen Impulsen gab es auch genügend Zeit die Stadt zu erkunden. Eine frisch aufgeschnittene Kokosnuss zum Schlürfen machte den Stadtrundgang und das warme Wetter noch angenehmer.   Ein Highlight für mich, war der Blick von der Küste auf die Skyline Panamas. Dies war ein schöner Moment zum Durchatmen und genießen. Auch am Abend gab es Möglichkeiten um wieder zur Ruhe zu kommen. So besuchten wir zum Beispiel Nightfever oder veranstalteten einen Abend der Versöhnung in der Pfarrei, in der wir untergebracht waren.


Am 26. Januar war es endlich soweit und wir machten uns auf unterschiedlichsten Wegen zum Abschlussgelände. Die einen entschieden sich für eine Mitfahrgelegenheit über die „Uber-App“, während sich die anderen mit der Bahn oder zu Fuß auf den Weg machten. Nachdem der Sonnenbrand nochmal ordentlich aufgefrischt wurde, kamen wir am Abschlussgelände an und freuten uns über unseren Sektor A2. Wir waren sehr weit vorne und nah an der Bühne, sodass wir alles mit bloßem Auge sehen konnten und auf eine Leinwand hätten verzichten können. Eine solche Sicht ist für einen Weltjugendtag eher ungewöhnlich.
Ein weiteres Highlight des Weltjugendtages, war für mich der spontane Zugang zum Pressezentrum und der Hauptbühne . Paul ging mit seinem Presseausweis voran und gab mir die größte Kamera in die Hand, die er dabei hatte. Kleiner Tipp: Ernst und wichtig gucken und man kommt (überall) rein. So „schmuggelte“ er mich an der Eingangskontrolle vorbei und schon standen wir auf einem Gerüst in 20 bis 25 Metern Höhe und hatten einen Überblick über das gesamte Abschlussgelände. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl dort oben zu stehen und die anreisenden Pilger zu betrachten und zu sehen, wie sich das Gelände nach und nach füllt. Vom Gerüst wieder abgestiegen entdeckten wir einen Weg, der vom Pressezentrum direkt zur Hauptbühne führte und zack – standen wir vor dem Weltjugendtagskreuz und sahen hautnah den Platz, an dem Papst Franziskus später saß.


Nachdem wir in einer kleinen Gruppe auf unseren Schlafmatten eine heilige Messe gefeiert hatten, begann die Vigil. Während dieser gab es auch eine Zeit zur Anbetung und Stille. Hundertausende von Menschen unter freiem Himmel waren auf einmal mucksmäuschenstill…Man hat keinen mehr Reden, Singen oder Klatschen hören. Alle knieten und waren zum Leib Christi gerichtet. Ein weiterer Gänsehautmoment dieser Reise.



Die Nacht und der Schlaf unter freiem Himmel endeten konträr zu dem wie sie begonnen hatten. Um kurz vor sechs wurden wir mit einer Lautstärke geweckt, die mit nichts anderem vergleichbar war. Das erste was uns ins Ohr geschrien wurde war: „GOOD MORNING EVERYBODY!ARE YOU READY?“ (Nein! Ganz und gar nicht!) „LET´S DO SOME EXERCISES!“ (Das ist jetzt ein Scherz oder?! Es ist sechs Uhr morgens!). Ich muss jetzt noch schmunzeln, wenn ich an unsere Blicke denke, die wir uns an diesem Morgen vollkommen verschlafen zugeworfen hatten.
Auf das unsanfte Wecken am Morgen, folgte eine schöne Messe mit Papst Franziskus, der uns nochmal deutlich machte, dass WIR - die Jugendlichen - nicht die Kirche von morgen, sondern von HEUTE sind.
Nach der Messe brachen alle auf, um wieder in ihre Pfarreien zurückzukehren. Im Laufe des Tages kam ein Grüppchen nach dem anderen wieder zurück, bis wir am späten Nachmittag wieder vollständig waren.


Am nächsten Tag hieß es für uns von Panama Abschied zu nehmen und in den Flieger nach Kuba zu steigen. In Kuba angekommen verharrten wir kurz in einer Kältestarre, da sich die Luft, aufgrund eines vergangenen Tornados, auf 18°C heruntergekühlt hatte. In Havanna verbrachten wir knapp eine Woche als Touristen, bestaunten die Autos, lauschten der kubanischen Musik (mehr oder weniger freiwillig), testeten die Ess- und Trinkkultur und ließen die Eindrücke aus Panama Revue passieren. Neben einer Stadtführung mit einem 5-Sterne-Reiseführer, der unsere besondere Aufmerksamkeit bekam, wenn er „Elenfantenohren!“ sagte, bevor er etwas Wichtiges oder Interessantes erklärte, gab es auch einen freien Tag und einen Strandausflug. Ich sage dir: es ist wirklich ein komisches Gefühl mit einer Kokosnuss in der Hand, bei 25°C und Sonnenschein an der Karibikküste zu stehen und aufs Handy zu schauen und als Datum den 31. JANUAR zu lesen!
Am letzten Tag hatten wir die Ehre in der Kathedrale von Havanna gemeinsam eine Hl. Messe zu feiern. In der Predigt griff Jugendpfarrer Alexander Best nochmal den Weckruf von Sonntagmorgen auf. „Are you ready? - Seid ihr bereit nach Hause zu gehen und zum Glauben JA zu sagen?“


Am nächsten Tag war es dann schon so weit und wir mussten unsere Heimreise nach Deutschland antreten und wie es Alexander Best so schön sagte, verließen wir Havanna bei +28° und flogen nach New York, um dort bei -10°C schockgefrostet zu werden, um dann bei +1°C in Deutschland wieder langsam aufzutauen.


Der Weltjungendtag war eine sehr anstrengende, aber durchaus schöne und erfahrungsreiche Reise, die ich nicht missen möchte! Ein Weltjugendtag ist immer wieder etwas Besonderes und man lernt eine neue Kultur und viele Pilger aus unterschiedlichsten Ländern kennen. Auch die Gastfreundschaft, mit der wir empfangen wurden war großartig! Alle hatten sich große Mühe gemacht, damit wir uns wohl fühlten und die Familien präsentierten uns stolz ihrer Bekanntschaft. Es ging sogar so weit, dass sie mit dauerhaftem Warnblinker gefahren sind, um zu zeigen, dass sie einen Pilger an Bord haben.
Ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn es heißt: „Tasche packen und auf zum Weltjugendtag!“. Dann heißt es „Hallo Portugal!“.

 

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